Motorumbau von M52B20 auf M52B25
Der Spender
Nach 2 Jahren mit dem 2l wollte ich dann doch etwas mehr Leistung;) Zunächst musste ich mich jedoch für ein passendes neues Organ entscheiden.
Ein S50B32 wäre sicher Leistungstechnisch das Optimum gewesen. Doch die enormen Wartungs- und Anschaffungskosten machten den Motor für mich sehr uninteressant, da ich außerdem nur
einen kompletten Schlachtwagen kaufen wollte. Also hielt ich ausschau nach einem geeigneten 328 Spender. Doch auch hier ist der Markt wie leer gefegt.
Wagen mit Kilometerständen nahe der 300tsd Marke kosten noch 3tsd Euro. Vernünftige Unfall Spenderwagen haben wiederrum Preise um die 4tsd Euro.
Meiner Meinung nach ist ein solcher Umbau also finanziell sinnlos. Sicherlich kann man auch nur den Motor einzeln kaufen und den Rest vom 2l
weiterverwenden, aber sowas kahm für mich nicht in Frage. Immerhin sollten ja auch die gängisten Verschleissteile getauscht werden.
Nun stand noch der 323er zur Wahl. Hier sah die Preislage zum Glück recht entspannt aus und ich konnte nach einiger Zeit auch eine passende
323 Limo mit folgenden Daten ergattern:
- KM Stand: 144tsd
- Vorbesitzer: 2
- Baujahr: 10/95
- Motor: M52B25
- Klimaautomatik
- Sportsitze Stoff Antharzit
- Kopfstützen im Fond
- Skisack
- Aussentemperaturanzeige
- NSW
- Stoßfänger in Wagenfarbe
- M-Technik Schweller (glatt)
- Elektrische Fensterheber vorn
Die Limo hatte einen recht starken Frontschaden, aber war ansonsten für meine Zwecke ideal, da Baujahr und Ausstattung so ziemlich mit
den Daten meines Cabrios übereinstimmten. Nach der Bestandsaufnahme begann ich also den Wagen zu zerlegen und die meisten nicht benötigten Teile
zu verkaufen. Denn die Neuteile für den Motor wollten ja auch bezahlt werden. An dieser Stelle möchte ich ich mich gleich bei den Usern von e36.de bedanken;)
Nachdem die grössten Teile weg waren, nahmen wir den Motor komplett mit Getriebe und Vorderachse nach unten raus.
Verschleißteile
Teile vorsorglich ersetzt:
- Ölwannendichtung
- Ventildeckeldichtung
- Wasserpumpe
- Thermostat
- Thermostatgehäuse
- Wellendichtringe für das Getriebe
- Sachs Kupplungskit
- Keilriemen
- Spannrollen
- Zündkerzen NGK
- Viskosekupplung
- Alle Betriebsflüssigkeiten
Dieser kleine Haufen schlug gleich mal mit 600Eur in die Kasse, aber wenn man solch eine Aktion macht, dann ordentlich, ne^^
Bei dieser Gelegenheit habe ich auch das Aluölfiltergehäuse der älteren M52 an den neuen Motor gebaut, da ich später,
den Ölfilterdeckel für den Anschluß eins Öltemperaturgebers nutzen will.
Vorarbeiten/Zerlegung
Nach dem Tausch der Teile war es nun also an der Zeit um die Transplantation zu beginnen. Das ich allerdings keinen unnötigen Stress mit einer
evtl. verstellen Spur haben wollte, musste der Motor nach vorn herausgenommen werden.
Zunächst habe ich mit meinem Vater alle Anbauteile abgeschraubt. Den Klimakondensator haben wir allerdings an den Leitungen gelassen, da ich mir das
Neubefüllen der Klima ersparen wollte. Eigentlich lief alles bis dahin super und wir lagen perfekt in der Zeit. Doch leider verabschiedetete sich am selben
Abend noch die Tragmutter von unserem Heber, was den ganzen Umbau um fast 2 Wochen verlängerte, da das komplette Gewinde der Säule von
Hand nachgeschliffen werden musste...
Raus mit dem 2l...
Nachdem die Büne endlich wieder lief wurde sie gleich als Motorkrahn missbraucht;)
Nach einem halben Tag Arbeit war der Motorraum schon leer und wartete auf seinen neuen Bewohner, welcher kurz drauf einziehen sollte.
Der muss da rein!
Der Behelfsmotorkrahn war ne Idee von meinem Vater, der hier auch mal mit auf dem Bild zu sehen ist. Erstaunlicherweise funktionierte
diese Notlösung wirklich richtig gut und wird bei uns immer wieder gern eingesetzt^^
Der erste Start
Motorkabelbaum angeschlossen, Nebenaggregate montiert, alle Flüssigkeiten aufgefüllt, Batterie angeklemmt, dann kahm
der Zeitpunkt auf den ich nun schon eine Ewigkeit gewartet hatte. Also rein in den Wagen, Schlüssel rumgedreht und... er sprang sofort an;)
Zwar lief er etwas rau und ein Hydro wollte unbedingt Nähmaschienensound verbreiten, doch trotzdem grinste ich wie ein Honigkuchenpferd^^
Nach dem gründlichen Entlüften und einer Ölspülung hörte sich der Motor dann auch an, wie es sich fü einen 6 Zylinder
gehört. Also wurde den drauffolgenden Tag die Front wieder montiert und es ging los zur ersten Probefahrt.
Probefahrt
Leider regnete es zu dieser Zeit eigentlich nur und ich wollte den Motor auch nicht gleich bis den den Begrenzer jagen, doch war der erste
Eindruck wirklich super. Durch das kurze Diff mit der 3,45er Übersetzung hängt der Wagen richtig giftig am Gas und
der halbe Liter mehr Hubraum macht sich sehr deutlich beim Herausbeschleunigen aus den unteren Drehzahlen bemerkbar. Als es endlich besseres Wetter wurde konnte
ich endlich mal eine kurze Vergleichsfahrt auf der Landstraße gegen einen Z3 2,8 Automatik machen. Zwar geht der 2,8l etwas besser, allerdings ist der Z3 ja auch leichter als
ein E36 Cabrio. Auf der Autobahn ab etwa 140 spielt der 2,8l dann seine Pferdchen aus. Auf der kurvigen Landstraße waren beide Wagen in etwa gleich auf.
Im Sprint auf der 1/4 Meile liegt der Zettie auch ca. eine Wagenlänge vorn. Ein serien E36 328 Cabrio mit seiner langen Hinterachsübersetzung dürfte es also in diesem Bereich gegen mein derzeitiges Setup recht schwer haben.
Fazit
Der ganze Umbau hat mich nach dem Verkauf der Teile des Schlachtwagens etwa 700Eur gekostet. Dabei sollte man aber bedenken, dass ich
immer noch den M52B20, Getriebe und Achsen übrig habe, was noch ein wenig Geld in die Kasse bringen dürfte. Auf der Landstraße macht der Wagen richtig
Spaß und steht einem 328 Cabrio nicht wirklich nach. Ein Nachteil ist das sehr hohe Drehzalniveau auf der Autobahn. Hier schneidet ein
328 bei weitem besser ab. Aber da man mit einem Cabrio eigentlich sowieso nicht mit 240 Sachen über die Autobahn brettert, ist Das für mich recht nebensächlich.
Ich habe also für den Preis eines guten Chiptunings einen Motor mir mehr Leistung/Hubraum/Drehmoment und frisch gewechselten Verschleißteilen bekommen,
welcher in meinem Einsatzgebiet ähnliche Fahrleistungen bringt wie ein Serien 328 Cabrio. Der Verbrauch mit dem kurzen 3,45er Diff liegt bei genau 10l bei 100% Stadtverkehr und vorrausschauender Fahrweise.
Bei absoluter Vollgas Autobahnfahrt geht der Verbrauch dann in Richtung 20l. Evtl. wird also doch noch ein 3,15er Diff mit Sperre Einzug halten;) Trotz des doch recht großen Aufwandes hat sich die Mühe für mich gelohnt.
Sonstiges
An dieser Stelle möchte ich mich jedoch noch bei ein paar Leuten bedanken;) Ohne meinen Vater wäre diese ganze Sache auf garkeinen fall möglich gewesen,
er ist so ziemlich der beste Schrauber den ich kenne und ich wüsste nicht wie ich meine ganzen hirnverbrannten Aktionen ohne ihn umsetzen sollte;)
Natürlich will ich auch meinen Nachbarn Gunter nicht vergessen, der immer bereit steht um mit zu helfen. Meinem besten Kumpel Stanley möchte ich auch danken
für viele nette, umweltschonende Ausfahrten und seine Hilfe *g* Mein größter Dank gebührt natürlich meiner wunderhübschen Freundin, die
meine ganze Autoverrücktheit doch ganz gelassen aufnimmt *g*
Nicht vergessen und bedanken will ich mich auch bei ein paar Leuten ausm BMW-Syndikat für ihren ständigen Input: BMWStreetracer, Mynatec und den Woin;)
Für eventuelle Fragen oder Kritik meldet euch einfach per Mail.
MFG
Xenonis